47 Tage im Ashram ANAHATA

Unser Blog mussten wir nach gut zwei Monaten fast von Spinnweben befreien :O), dafuer gibt es jetzt wieder mehr zum Lesen und Schauen.

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Nach unserer fast 3-woechigen Wanderung durch die einsame neuseelaendische Natur haben wir beschlossen, zur Erholung den yogischen Lebensstil in einem Ashram (Yogazentrum) auszuprobieren - zu Beginn mal fuer ein paar Tage. Dass der Aufenthalt so praegend wird und aus den paar Tagen fast sieben Wochen wurden, haetten wir uns auch nicht gedacht. Sicher werden sich einige fragen, was es mit Yoga auf sich hat. Manche denken an "Turnuebungen", andere an Meditation, vielleicht auch an ausgezerrte Koerndlesser oder sogar an eine Art von Religion. Uns ging es nicht viel anders.

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Wir werden in den naechsten Zeilen unser Bestes geben, um den yogischen Lebensstil, zu beschreiben.
Der Satyananda-Ashram in Takaka ist nach einem von insgesamt sieben Chakren (Energiezentren) benannt, dem Herzchakra ANAHATA. Das abgelegene, wunderbare Anwesen liegt im Norden der Suedinsel auf ca 700 Hoehenmetern mitten in der Natur am Rand des Abel Tasman National Parks mit Blick auf Golden Bay und Farewell Spit. Hier sagen sich Fuchs und Henne Gute Nacht!

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Wir haben uns vom ersten Tag an wohlgefuehlt und wurden herzlichst aufgenommen. Im Schnitt waren wir ca 25 Personen, es war ein staendiges Kommen und Gehen. Der harte Kern besteht aus 7 Personen, die hier fuer laenger leben. Eigentlich kann man es wie einen grossen Familienbetrieb sehen, jeder hat sein Platzerl. Wir haben unglaublich nette und interessante Menschen in dieser Zeit kennengelernt, mit denen wir sicher in Verbindung bleiben werden.

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Der Alltag im Ashram gibt Einblick in die vielseitige Welt von Yoga. Es ist eine intensive Selbsterfahrung und ein Eintauchen in eine spirituelle Welt, eine umfassende indische Lebensanleitung ohne die religioesen Aspekte des Hinduismus.

Der taegliche Ablauf sieht in Anahata etwa so aus:

  • 6.00 - 7.00 Asanas und Pranayama, also Turn- und Atemuebungen
  • 7.00 - 7.30 Chanting (Singen von Mantras)
  • 7.30 - 8.15 Fruehstueck (Haferflockenbrei und Obst)
  • 8.15 - 8.45 Morning circle (Einteilung der Arbeit und vorlesen eines Textes, der zum Nachdenken inspiriert)
  • 8.45 - 9.15 Cleaning Karma Yoga ( anfallende Putztaetigkeiten)
  • 9.15 - 10.30 Karma Yoga
  • 10.30 - 10.45 Morning Tea (Tee und Obst)
  • 10.45 - 11.50 Karma Yoga
  • 11.50 - 12.30 Yoga Nidra (Entspannungsyoga)
  • 12.30 - 14.00 Mittagessen (vegetarische Kost) und Pause
  • 14.00 - 16.00 Karma Yoga
  • 16.00 - 16.15 Afternoon Tea (Tee und Obst)
  • 16.15 - 17.30 Freetime (hat nicht immer so geklappt :O)
  • 17.30 - 18.00 Meditation
  • 18.00 - 18.30 Abendessen (leichte Suppe und Brot)
  • 19.15 - 20.15 Montags (Satsang - Frage und Antwort mit den Swamis) und Mittwochs (Kirtan - Singen von Mantras in einer netten Runde)
  • Von 21.00 Uhr bis nach dem Fruehstueck wird die sogenannte Mouna eingehalten - es wird nicht gesprochen!
    Zu gewissen Zeiten werden auch die Mahlzeiten in Ruhe eingenommen.
  • Freitags um 6.30 Uhr und samstags um 17.00 Uhr wird der sogenannte Havan (Feuerzeremonie) zelebriert.

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Karma Yoga ist im Fall von Anahata dem in Australien und Neuseeland so beliebten Wwoofing nicht unaehnlich, mehr dazu verraet Wikipedia. Walter hat die meiste Zeit im Buero ausgeholfen und gute Dienste am Computer geleistet, waehrend Karo die hungrigen Maeuler mit unter anderem oestereichischen Schmankerln verwoehnt hat - von Daumnudeln ueber Kaiserschmarrn, Kasspatzln, vegetarischem Groestl und Sachertorte - alles hat es gegeben. Bis jetzt haben wir uns auch nach Anahata an die vegetarische Kost gehalten und fuehlen uns pudelwohl damit!

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Ausserdem haben wir an zwei sehr interessanten Workshops teilgenommen:
- Mantra & Meditation - Navaratri - Sadhana
- Living and Dying with Yoga

Diese Zeit hat unser Leben, besser gesagt unseren Lebensweg sehr beeinflusst. Satyananda-Yoga ermoeglicht ein Leben in vollem Bewusstsein. Man lernt, sich selbst und sein Verhalten zu beobachten. Das immer aufgeregte Ego beruhigt sich und der Verstand wird wieder konzentrierter. Koerper, Geist und Seele sind letztendlich im Einklang. Aber so weit sind wir noch nicht ;O). Wir versuchen uns in einem einfacheren, anspruchsloseren Leben - eine Neuorientierung.

Mehr Fotos wie immer auf Flickr!

Nelson Klappe #2 und Havelock Mussel Festival

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Zur Erholung nach der langen Wanderung kehren wir nach Nelson zurueck, duerfen noch einmal bei Liz bleiben und sie verwoehnt uns mit "Self-Saucing Pudding". Am naechsten Tag besuche wir kurz den Nelson Market und machen uns dann mit dem Kabrio auf den Weg nach Havelock, wo jaehrlich das allseitsbekannte Mussel-Festival stattfindet. Wir schlagen uns den Bauch mit Muscheln, Meeresfruechten und sonstigen Leckereien ziemlich den voll, herrlich!

Drei Wochen Backcountry

Sehr ruhig war es auf unserem Blog die letzten Wochen, nicht ohne Grund. Von Nelson aus haben wir uns Anfang Maerz zu einem dreiwoechigen Backcountrytrip auf den Weg gemacht. Nach nunmehr fast 300 Kilometern zu Fuss durch den noerdlichen Teil der neuseelaendischen Suedinsel kehren wir nun mit wirklich reicher Beute an wunderbarer Erfahrung und unglaublichen Fotos nach Nelson zurueck.

Northern South Island

Wenn ihr die Karte klickt, kommt ihr zu Flickr und dort ist es moeglich, sich auf der Karte ein paar Details zu den einzelnen Etappen anzuschauen.

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Von Nelson fahren wir per Bus nach Marahau. Von dort aus fuehrt uns der Weg in den Abel Tasman National Park. Der Track die Kueste entlang ist wahrscheinlich neben dem Tongariro Alpine Crossing der meistfrequentierteste in ganz Neuseeland. Aber nicht nur Wanderer, sondern auch Kajaks und viele Boote tummeln sich hier. Wir verziehen uns daher auf den "Inland Track" und verbringen drei Tage in den Bergen.

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Nach einem Zwischenstopp und einem Tag Pause bei furchtbarem Wetter in Takaka geht es weiter am Heaphy Track, dem laengsten der "Great Walks" mit ca. 90 Kilometern. Der Track verbindet die Golden Bay mit der immer stuermischen und von Sandflies heimgesuchten Westkueste. Wir planen zuerst fuenf Tage ein, aber die "Great Walks" haben so breit angelegte Wege, dass wir schneller sind als erwartet und eine Huette einfach auslassen. Noch dazu hat das den Vorteil, dass wir nach dem Schlechtwetter den ganzen andern Wanderern um einen Tag voraus sind und uns die Mackay Hut nur mit einem netten Hollaender teilen (Am naechsten Tag war die Huette voll!!).

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Der abwechslungsreiche Track fuehrt vom inneren Buschland ueber eine Hochebene durch Alpine Wetlands an die Westkueste, windgepeitschte Palmen und meterhohe Wellen beeindruckten uns dort an den feinen Sandstraenden. Zum Baden ist es allerdings nix, erstens zu kalt, zweitens zu gefaehrlich. Nur eine Robbe, die unseren Weg kreuzte, wagte sich in die Fluten.

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Der Weg nach dem Heaphy Track fuehrt uns nach Karamea, einem winzigen Dorf an diesem Ende der Welt. Sturm und Wetter beschehrt uns wieder einen Tag Zwangspause, den wir aber gerne annehmen. Danach machen wir uns zur laengsten Etappe auf den Weg. Von der Westkueste geht es ueber den Little Wanganui Sattel (1100m) ins Karamea Tal.

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Mehrere Tage folgen wir dem Flussverlauf. Am sogenannten Karamea Bend vereint sich der Fluss mit dem Leslie River, die reinste Sandflies-Hoelle. Am Abend sind die Fenster schwarz vor lauter Fliegen. Dazu kommen noch Wespen, aber das nur nebenbei. Dafuer ueberrascht uns ein Hubschrauberpilot mit einem Sack Aepfeln und Bier, wir koennen es kaum glauben!

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Anschliessend geht es weiter wieder ueber 1000 Hoehenmeter hinauf ins Tableland. Wir machen den Aufstieg an einem perfekt schoenen Tag und werden nach Tagen im Wald mit unglaublichen Ausblicken belohnt. Leider bleibt uns der Aufstieg zum Mt Arthur letztendlich dank eines erneuten Wetterumschwungs verwehrt. Aber wir schaffen es auf Gordons Pyramid und koennen ueber die Nelson Bay in der Ferne am Horizont den weit entfernten Vulkan Taranaki auf der Nordinsel erkennen!

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Nach dieser fast zehntaegigen Etappe gehen unsere Vorraete dem Ende zu, zum Glueck helfen uns Tagesausflueger, die von der anderen Seite kommen, gerne aus. Mit dem Abstieg ins Cobb Valley endet diese unglaubliche Wanderung.

Und hier gibt es noch viel viel mehr Fotos:

Nelson Klappe #1

Nelson Trafalga Street

In Nelson angekommen, schlafen wir die erste Nacht bei stroemenden Regen auf einem Campingplatz in unserem Zelt. Mit Wule und Chrissie, die uns von Picton bis nach Nelson mitgenommen haben, verbringen wir einen netten Abend mit Selbstgekochtem und gutem Rotwein.

Nelson Kathedrale

Am naechsten Tag geht es in das nette kleine Staedtchen. Von dort aus, versuchen wir auch Liz zu erreichen. Es klappt auf Anhieb und es gibt ein richtig nettes "warm welcome"! Ohne zu zoegern duerfen wir uns bei ihr Zuhause einquartieren und wir fuehlen uns gleich richtig wohl. An einem Abend bekocht uns Liz mit traditionellem Essen und an einem andern schuettelte ich Wurstnudeln und Kaiserschmarrn aus dem Aermel - sie waren begeistert!

Wule, Chrissie, Walter und Karo

Auch Karos Geburtstag feiern wir in Nelson und als Ueberraschung kamen Wule und Chrissie nocheinmal zurueck - es war ein wirklich netter Abend beim Lieblingsinder und in Harry's Bar bei Wein und Bier!
In Nelson planen wir auch an unserer 3-woechigen Backcountrytour, die uns sicherlich einiges abverlangen wird :O)

Hier gibt's noch mehr Fotos...

Whanganui River Journey (Videos)

Anfang Februar waren wir ja auf der Nordinsel im King Country fuenf Tage mit dem Kanu am Whanganui River. Wir sind endlich dazugekommen, auch zwei tolle Videos fuer euch hochzuladen. Wir wuenschen viel Spass und Entspannung beim Anschauen.

Ausserdem haben wir unserem Blog eine neue Seite hinzugefuegt, auf der wir in Zukunft ein paar Sachen empfehlen werden, die uns so auf unserer Reise begleiten: Hier geht's zu den Empfehlungen.

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Walter und Karo sind unterwegs in der Welt. Lange Neuseeland, kurz Australien, dann Südostasien, im Moment Tirol und später vielleicht einmal Indien.

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