Kahlschlag bei den Bundesbahnen

Die heutige Schlagzeile betreffend die weitere Reduzierung von Nebenlinien bei den ÖBB erinnert mich an eine Dokumentation über die Auswirkungen der Globalisierung in Neuseeland.

Mitte der 80er Jahre begann in Neuseeland eine bis dahin beispiellose Deregulierungs- und Privatisierungsaktion. Das sogenannte Neuseeland-Experiment brachte für Spekulanten satte Profite, während die Bürger bald die negativen Auswirkungen tragen mussten.
Diese Privatisierungen endeten in einem Desaster, darunter ein sechswöchiger Stromausfall 1998 in Auckland. Und weiter:
Ein weiteres Beispiel für das Versagen des freien Marktes zeichnete sich im Laufe der Jahre bei der privatisierten Eisenbahn ab. Weil Service und Angebot zunehmend schlechter wurden, musste sich der Staat wieder einmischen.

Im Klartext: Die privatisierten Bahnen Neuseelands machten bereits vor Jahren durch, was sich jetzt bei uns anbahnt: Nebenstrecken wurden aufgelassen, beim Service wurde gespart, Hauptsache die Rendite stimmt. Was der Staat zuerst verscherbelt hatte, musste er Jahre später wieder viel zu überteuert und runtergewirtschaftet wieder zurückkaufen.

Ich empfehle den ÖBB-Consultern einen Blick auf kino.to, um sich diese Dokumentation anzuschauen.

Wer die Doku gerne sehen möchte, schreibt einfach einen Kommentar, ich werde euch dann weiterhelfen.

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2 Responses to Kahlschlag bei den Bundesbahnen

  1. 378 Stefan 2010-02-23 18:05:19

    Wir Steuerzahler haben 2009 bei den ÖBB für ca. 300 Mio. € Verluste aus Finanzspekulationen, für etwa 2 Mrd. € für ÖBB-Pensionisten, für weitere 2,5 Mrd. € für "gemeinwirtschaftliche Leistungen" und die Infrastruktur geradezustehen. Wir bürgen derzeit auch für 16 Mrd. € Schulden der ÖBB.
    Bei dieser Firma nichts zu ändern scheint mir kontraproduktiv. Und ich bin der Meinung, dass eine Privatisierung nicht das Schlechteste sein kann.

  2. 382 Walter 2010-02-26 00:48:27

    Ich bin ganz deiner Meinung, dass sich etwas ändern muss. Andererseits steh ich aber Privatisierungen von der Infrastuktur eines Landes eher kritisch gegenüber, weil ich glaube, dass es Dinge gibt, die per se nicht unbedingt wirtschaftlich sein können, die man sich aber leisten will. Spekulationen und Schulden zähle ich da freilich nicht dazu ;-).

    Wenn dann von sicher sauteuren externen Beratungsleistungen bzgl. Einsparungspotential das Ergebnis ist, dass doch die Rail Cargo lieber mit LKWs fahren soll, weil das billiger ist, macht das auch nicht gerade das Bild, als würde man sich ernsthaft langfristig über die eigene Zukunft Gedanken machen.

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Walter und Karo sind unterwegs in der Welt. Lange Neuseeland, kurz Australien, jetzt Suedostasien, spaeter Indien.

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